Bindige Böden
Feinkörnige, plastische und wasserempfindliche Böden
In der Geotechnik werden Böden mit hohem Feinkornanteil (Ton, Schluff und deren Mischungen wie Lehm oder Mergel) als bindige Böden bezeichnet. Sie zeichnen sich durch Kohäsion, plastisches Verformungsverhalten und eine starke Abhängigkeit ihrer Eigenschaften vom Wassergehalt aus.
Bindige Böden sind meist wenig durchlässig, reagieren aber empfindlich auf Änderungen des Porenwasserdrucks und des Wassergehalts: Sie können bei Benetzung aufweichen, bei Austrocknung schrumpfen, unter Last langsam und langfristig konsolidieren und bei ungünstiger Hangneigung oder Entwässerung zu Rutschungen und Fliessbewegungen neigen. Für die Bewertung als Baugrund sind daher Konsistenz, Plastizitätszahl, Scherfestigkeit, Setzungsverhalten und Frost- bzw. Quell-/Schwindeigenschaften besonders wichtig; bei Bedarf werden zusätzlich einaxiale Druckversuche zur Bestimmung der undränierten Druck- bzw. Scherfestigkeit herangezogen.
LGT Geolab führt an bindigen Böden eine Reihe bodenmechanischer Untersuchungen durch, z.B. Bestimmung von Wassergehalt, Konsistenzgrenzen, Plastizitätszahl, Schrumpfverhalten, Verdichtbarkeit, Durchlässigkeit und Scherfestigkeit. Die ermittelten Kennwerte werden in Prüfprotokollen dokumentiert und den Auftraggebern als Grundlage für deren eigene geotechnische Beurteilung von Tragfähigkeit, Verformungsverhalten und Eignung bindiger Böden als Baugrund oder Baustoff zur Verfügung gestellt.
Begriffe im Zusammenhang:
Konsistenzgrenzen; Plastizitätszahl; Schrumpfgrenze