Karbonatgehalt
Gasometrische Bestimmung des Karbonatgehalts in der Bodenprobe mit der Karbonat‑Minibombe.
Der Karbonatgehalt beschreibt den Anteil an Karbonatmineralen (insbesondere Calciumcarbonat, CaCO₃) in der Trockenmasse eines Bodens. Zur Bestimmung wird eine getrocknete, fein gemahlene Bodenprobe mit Salzsäure in einer Karbonat‑Minibombe behandelt. Die Reaktion setzt CO₂‑Gas frei, dessen Druckanstieg über ein Manometer gemessen wird. Auf einer kalibrierten Skala wird daraus direkt der Karbonatgehalt in Masseprozent abgelesen. Jede Minibombe wird mit reinem CaCO₃ geeicht, um eine hohe Genauigkeit zu gewährleisten.
Der Karbonatgehalt hat grossen Einfluss auf das geotechnische und geochemische Verhalten eines Bodens. Karbonate können zur Verfestigung und natürlichen Zementation beitragen und so Steifigkeit und Tragfähigkeit erhöhen. Gleichzeitig machen sie den Boden gegenüber Säuren und chemischer Verwitterung empfindlich, was langfristig zu Festigkeitsverlusten und Strukturänderungen führen kann. Der Karbonatgehalt spielt eine wichtige Rolle bei der Klassifikation karbonatischer Böden, bei der Beurteilung von Deponiematerialien und bei der Bewertung von Stabilisierungsmassnahmen mit Kalk oder Zement.
LGT Geolab AG setzt die gasometrische Karbonatgehaltsbestimmung mit der kalibrierten Karbonat‑Minibombe routinemässig ein. Typische Anwendungen sind Baugrunduntersuchungen in karbonatreichen Schottern und Moränen, Deponie‑ und Aushubprojekte sowie Altlastenstandorte mit karbonatischen Ablagerungen. Die Karbonatgehaltswerte werden mit Glühverlust, Korndichte, Kornverteilung und Durchlässigkeitskennwerten kombiniert und fliessen in Baugrundgutachten, geochemische Bewertungen und Empfehlungen zur Wiederverwendung oder Ablagerung von Materialien ein.
Begriffe im Zusammenhang:
Glühverlust; Korndichte (Pyknometerversuch); Durchlässigkeit (k‑Wert); Verdachtsflächen/Altlasten