Triaxialversuch
Laborversuch zur Bestimmung von Scherfestigkeit und Spannungs‑Verformungsverhalten von Böden.
Der Triaxialversuch ist ein geotechnischer Laborversuch, bei dem ein zylindrischer Bodenprobenkörper in einer Triaxialzelle allseitig (konfiniert) belastet und zusätzlich axial beansprucht wird. Je nach Versuchstyp (CD, CU, UU) werden unterschiedliche Konsolidations‑ und Entwässerungsbedingungen eingestellt. Aus dem Verlauf von axialer Spannung, Dehnung und gegebenenfalls gemessenem Wasserüberdruck werden Scherfestigkeitsparameter (Reibungswinkel, Kohäsion) sowie Steifigkeitskennwerte und Spannungs‑Verformungsbeziehungen des Bodens ermittelt.
Triaxialversuche ermöglichen eine realitätsnahe Erfassung des mechanischen Verhaltens von Böden unter verschiedenen Belastungs- und Drainagebedingungen. Sie liefern verlässliche Scherfestigkeits‑ und Steifigkeitsparameter für Standsicherheitsberechnungen von Hängen, Dämmen und Baugruben, für Gründungsbemessungen sowie für Verflüssigungs‑ und Deformationsanalysen bei zyklischer Belastung. Insbesondere bei komplexen oder sicherheitsrelevanten Projekten gehen Triaxialdaten über die Aussagekraft einfacher Scherversuche hinaus.
LGT Geolab AG arbeitet bei Bedarf mit spezialisierten Partnerlaboren zusammen, um Triaxialversuche an aussagekräftigen, möglichst ungestörten Proben durchführen zu lassen. Die gewonnenen Scherfestigkeits‑ und Steifigkeitsparameter werden in Baugrundgutachten, Standsicherheitsnachweisen und numerischen Berechnungen verwendet und mit Ergebnissen aus direktem Scherversuch, Ödometerversuch und Klassifikationsuntersuchungen (USCS, Kornverteilung, Konsistenzgrenzen) kombiniert.
Begriffe im Zusammenhang:
Direkter Scherversuch; Ödometerversuch; USCS‑Klassifikation; Proctorversuch (Standard