Opalinuston
Wirtgestein mit geringer Durchlässigkeit und ausgeprägtem Verformungsverhalten
Opalinuston ist ein tonreicher, feinkörniger Ton- bis Mergelstein des Mitteljuras (Opalinuston-Formation) mit hohem Anteil an Tonmineralen, geringer hydraulischer Durchlässigkeit und homogener Ausbildung. Er bildet in der Nordschweiz eine mächtige, weitverbreitete Schicht und wird aufgrund seiner Dichtigkeit und Rückhaltefähigkeit als Wirtgestein für geologische Tiefenlager diskutiert.
In der Geotechnik ist Opalinuston ein typisch bindiger Tonstein mit deutlich ausgeprägtem Verformungs-, Konsolidations- und Schrumpfverhalten. Sein Volumen ändert sich mit dem Wassergehalt, was bei Austrocknung zu Schrumpfrissen und bei Wiederbefeuchtung zu Quellung und Hebungen führen kann. Diese Eigenschaften sind für Baugründe, Böschungen, Stollen- und Tunnelbauwerke, Deponieabdichtungen und Tiefenlagerkonzepte von zentraler Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf Dichtigkeit, Rissbildung und langfristige Stabilität.
LGT Geolab charakterisiert Opalinuston mit einem breiten Spektrum bodenmechanischer Laboruntersuchungen (z.B. Konsistenz- und Schrumpfgrenzen, Proctor- und Ödometerversuche, Kornverteilung). Aufgrund seiner ausgeprägten Schrumpf- und Quelleigenschaften wird Opalinuston bei LGT Geolab gezielt bei tieferen Trocknungstemperaturen im Labor aufbereitet, um zusätzliche Volumenänderungen und strukturelle Veränderungen zu minimieren und damit aussagekräftige Kennwerte zu erhalten. Die Resultate dienen Planern und Ingenieurbüros als Grundlage für die Bewertung von Baugrund-, Setzungs- und Abdichtungsfragen in Projekten, in denen Opalinuston als Baugrund oder Dichtungshorizont eine Rolle spielt.
Begriffe im Zusammenhang:
Schrumpfgrenze; Konsistenzgrenzen; Proctorversuch; Ödometerversuch; Kornverteilung; Deponieabdichtung