Ödometerversuch (Kompressionsversuch)
Bestimmung des Setzungs- und Konsolidationsverhaltens von Böden bei einaxialer Belastung.
Der Ödometerversuch (einaxialer Kompressionsversuch) ist ein Laborversuch zur Untersuchung des Kompressions‑ und Konsolidationsverhaltens von Böden. Dabei sollte der grösste Korndurchmesser des Prüfkörpers höchstens etwa ein Fünftel der Probenhöhe betragen. Ein zylindrischer Prüfkörper wird in einer Oedometerzelle bei seitlich verhinderter Ausdehnung stufenweise vertikal belastet und entlastet. Während der Laststufen werden Setzungen über die Zeit gemessen, aus denen Kompressionsmodule, Rekompessionsmodule, Vorbelastungsspannung und Konsolidationskoeffizienten abgeleitet werden können.
Der Ödometerversuch ist insbesondere für bindige und feinkörnige Böden von zentraler Bedeutung, da er Informationen über sofortige und zeitabhängige Setzungen unter Auflast liefert. Die Versuchsergebnisse werden für die Bemessung von Flach‑ und Tiefgründungen, für Damm‑ und Aufschüttungsprojekte sowie für Deponien und Abdichtungssysteme genutzt. Mit Hilfe der Ödometerdaten können das Ausmass und der Verlauf von Setzungen, die Konsolidationszeiten sowie die Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Auflast abgeschätzt werden.
LGT Geolab AG führt Ödometerversuche an ungestörten oder wiederverdichteten Bodenproben durch, die aus Rammkern‑, Inliner‑ oder Bohrkernsondierungen stammen. Die ermittelten Kompressionsparameter und Konsolidationskennwerte werden in Baugrundgutachten, Standsicherheits‑ und Setzungsnachweisen, Deponie‑ und Dammprojekten verwendet und mit Ergebnissen aus Proctor‑, Scher‑ und Durchlässigkeitsversuchen kombiniert. So entsteht ein umfassendes Bild des Verformungs‑ und Langzeitverhaltens der Böden.
Begriffe im Zusammenhang:
Direkter Scherversuch; Triaxialversuch; Proctorversuch (Standard); Durchlässigkeit (k‑Wert)